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Der Wiedereinstieg nach der Elternzeit ist eine bedeutende Phase im Leben vieler Eltern. Nach der intensiven Zeit mit dem Nachwuchs stellt sich die Frage, wie der Übergang zurück in den Beruf am besten gelingt. Viele Frauen nutzen diese Zeit, um ihre Karrierepläne zu überdenken und eine berufliche Neuausrichtung in Erwägung zu ziehen. In diesem Beitrag erfährst du, wie du deinen Wiedereinstieg nach der Elternzeit optimal planen und gestalten kannst, welche rechtlichen Grundlagen und finanziellen Unterstützungen dir zur Verfügung stehen und wie du mögliche Hürden erfolgreich meisterst. Lass dich inspirieren und finde heraus, wie du diese Phase als Chance für deine persönliche und berufliche Weiterentwicklung nutzen kannst.
Inhalt
5 Quick-Tipps für deinen Wiedereinstieg nach der Elternzeit
Dauer Elternzeit und Elterngeld planen
Berufliche Neuausrichtung zum Wiedereinstieg nach der Elternzeit
Strategien für einen erfolgreichen Wiedereinstieg nach der Elternzeit
Bewerbung für den Wiedereinstieg nach der Elternzeit
Die Planung deines Wiedereinstiegs nach der Elternzeit beginnt bereits in der Schwangerschaft
Wann du beruflich wieder durchstarten möchtest, darüber machst du dir wahrscheinlich bereits vor der Elternzeit Gedanken.
Ich persönlich fand das nicht einfach und konnte gar nicht einschätzen, wann zum einen mir wieder nach Arbeiten ist und zum anderen wann ein guter Zeitpunkt für mein Kind ist mit einer Fremdbetreuung zu starten. Doch für einen Betreuungsplatz bewirbt man sich ja teilweise schon in der Schwangerschaft. Und dann soll man direkt Uhrzeiten und Stunden angeben - ufff.
Lass uns dafür ein Schritt nach dem anderen gehen.
Schritt 1: Elternzeit und Elterngeld planen
Schritt 2: Möglichkeiten für den Wiedereinstieg und eine berufliche Neuausrichtung evaluieren
Schritt 3: Kinderbetreuung organisieren
Los geht’s!
5 Quick-Tipps für deinen Wiedereinstieg nach der Elternzeit
Gib dir Zeit herauszufinden, wer du als Mama bist und wie sich das auf deine Arbeit auswirkt. Das Mamasein verändert uns und ist eine gute Gelegenheit für eine berufliche Neuausrichtung
Halte dir ruhig die Tür offen zurück in den alten Job gehen zu können.
Plane ausreichend Zeit für die Eingewöhnung in einer Kinderbetreuung ein.
Schafft euch ein gutes System und Routinen, um den bussy Alltag mit Kind und Beruf gemeinsam zu meistern
Was sich für dich richtig anfühlt, ist auch richtig.
Dauer Elternzeit und Elterngeld planen
Die gesetzliche Grundlage für die Elternzeit stellt das Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) dar.
Für Angestellte
Dauer der Elternzeit: Für jedes Kind können Eltern bis zu drei Jahre Elternzeit in Anspruch nehmen. Diese beginnt frühestens mit der Geburt des Kindes und endet spätestens am Tag vor dessen achtem Geburtstag.
Angestellte können selbst entscheiden, wie sie die Elternzeit gestalten. Sie haben die Möglichkeit, die Elternzeit in zwei oder drei Abschnitte zu unterteilen.
Fristen für den Antrag der Elternzeit beachten: Anträge auf Elternzeit, die vor dem dritten Geburtstag des Kindes liegen, müssen spätestens sieben Wochen vor Beginn beim Arbeitgeber eingereicht werden. Dabei gilt ein Bindungszeitraum: Beschäftigte müssen sich für die ersten zwei Jahre verbindlich festlegen, wie sie die Elternzeit gestalten möchten (§ 16 BEEG).
Elterngeld
Elternzeit bedeutet nicht gleich Elterngeld.
Elterngeld gibt es in drei Varianten: Basiselterngeld, ElterngeldPlus und Partnerschaftsbonus.
Selbstständige in der Elternzeit: Auch als Selbstständige hast du Anspruch auf Elterngeld.
Basiselterngeld kannst du für bis zu 12 Lebensmonate bekommen. Wenn ihr beide Elterngeld beantragt und einer von euch nach der Geburt weniger Einkommen hat als zuvor, könnt ihr das Elterngeld sogar für bis zu 14 Monate erhalten.
ElterngeldPlus kannst du doppelt so lange erhalten wie Basiselterngeld. Wenn du nach der Geburt nicht arbeitest, ist das ElterngeldPlus dafür nur halb so hoch wie das Basiselterngeld.
Die genauen Regelungen für das Elterngeld erfährst du beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).
Beratung zum Elterngeld
Du kannst dich kostenfrei bei der Elterngeldstelle beraten lassen. Wir haben aufgrund meiner Selbstständigkeit in eine unabhängige Beratung investiert und damit die beste Lösung für unsere Familie gefunden.
versicherungen in der Elternzeit
Krankenversicherung
Als Angestellte bist du in der Regel in der gesetzlichen Krankenversicherung (als Pflichtversicherte) weiter beitragsfrei versichert.
Als Privatversicherte bleibst du privat versichert.
Als freiwillig gesetzlich Versicherte muss man weiter den Beitrag zur Krankenkasse im gesamten Zeitraum des Elterngeldbezuges zahlen.
Sprich dazu vor dem Elterngeldantrag mit deiner Krankenkasse.
Rentenversicherung
Frauen haben im Durchschnitt 49% weniger Rente als Männer (2019). Das Lebenserwerbseinkommen ist 49,8% niedriger. Die Betreuung und Pflege von Kindern und Angehörigen beeinflusst diese Zahlen immens. Deshalb: Finde einen Weg dich dafür abzusichern und besprich mit deinem Partner wie ihr das gemeinsam hinkriegt.
Elterndiskriminierung vorbeugen
Wer sich beim Wiedereinstieg nach der Elternzeit ungerecht behandelt fühlt und denkt, auf den alten Job einen eindeutig geregelten gesetzlichen Anspruch zu haben, irrt.
Die Initiative #proparents von Sandra Runge setzt sich gegen Elterndiskriminierung im Job ein. Sie fordern, ein neues Diskriminierungsmerkmal „Elternschaft“ in das AGG aufzunehmen.
Sandra ist Rechtsanwältin und erhielt am ersten Tag ihrer geplanten Rückkehr in den Job die Kündigung. Hier drei ihrer Geheimtipps:
Prüfe deinen Papierkram: Sind die Angaben in deinem Arbeitsvertrag aktuell (aktuelle Position, Jobbezeichnung, Gehalt etc.)?
Lass dir ein Zwischenzeugnis ausstellen.
Schließ eine Rechtsschutzversicherung ab.
Nach der Elternzeit degradiert
Folgendes erlebte meine Klientin: sie wurde nach der Elternzeit von der Managerin zur Assistentin degradiert. Sie war so sauer und hätte am liebsten sofort gekündigt.
Das habe ich ihr geraten:
Auf keinen Fall vorschnell kündigen (du verzichtest auf evtl. Abfindungen und riskierst Sperrzeiten) Wenn es also geht, behalte erstmal einen kühlen Kopf und mach dir deine Optionen bewusst:
Dein AG kündigt dich (keine Sperrzeiten)
Aufhebungsvertrag (am besten mit Abfindung)
Du kannst jederzeit selbst kündigen
Lass dich dazu anwaltlich beraten und nutze deine Rechtsschutzversicherung, falls vorhanden.
Im Falle meiner Klientin kam es zum Aufhebungsvertrag mit einer netten Abfindung. Jetzt suchen wir ihr im Rahmen meines Traumberuf Coachings gemeinsam einen Job, der zu ihr und ihrem Leben passt.
Unsere Elternschaft ist eine Bereicherung und setzt unglaubliches Potenzial in uns frei. Verschwende deine Zeit nicht an ein Unternehmen, die das nicht wertschätzen.
Du hast etwas besseres verdient.
Berufliche Neuausrichtung zum Wiedereinstieg nach der Elternzeit
Bewertung deiner beruflichen Situation
Vielleicht hast du es vorher schon gespürt, dass dein alter Job nicht mehr zu dir passt.
Vielleicht ist dein Wunsch nach einer beruflichen Neuausrichtung auch erst in der Elternzeit entstanden.
Die Elternzeit und der folgende Wiedereinstieg ist in jedem Fall eine große Chance für deine berufliche Neuausrichtung.
Wo die Reise beruflich für dich hingeht, dass musst du bevor dein Kind da ist, noch gar nicht entscheiden. Gib dir die Zeit herauszufinden, wer du als Mama (auch beim 2. oder nächsten Kind) bist. Das Mamasein verändert uns. Es macht uns weicher, eröffnet uns neue Tiefen der Gefühlswelt. Die Intuition wird geschärft. Ebenso wie unser Fokus. Neue Werte (wie Nachhaltigkeit oder Sinnhaftigkeit) können in den Vordergrund treten und andere Werte (wie Anerkennung) ablösen.
Identifikation neuer Karriereziele und -möglichkeiten
Bevor du dich mit neuen Karrieremöglichkeiten beschäftigst, schau zunächst nach Innen. Mach dir deine Werte, Stärken und Interessen bewusst und such dann den Beruf, der dazu passt.
Wenn du dann feststellst, dass zwischen dir und deinem Traumberuf noch eine Qualifikation steht, dann ist jetzt ein guter Zeitpunkt daran zu arbeiten.
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Strategien für einen erfolgreichen Wiedereinstieg nach der Elternzeit
Netzwerken und berufliche Kontakte pflegen
Halte den Kontakt zu deinem Netzwerk, ebenso wie zu Kolleg:innen und Vorgesetzten. Auch auf Plattformen wie LinkedIn kannst du dich weiter zeigen. So bleibst du in Erinnerung.
Frühzeitig den Wiedereinstieg planen
Du willst zurück zum alten Arbeitgeber: Mach dir einen Wiedereinstiegsplan (Wie lange setzt du aus? Wie viel willst du nach dem Wiedereinstieg arbeiten? Welchen Job willst du machen?) und besprich deinen Plan frühstmöglich mit deinem Arbeitgeber (ca. 3 Monate vor deinem Wiedereinstieg). Vereinbarungen können in einer schriftlichen Elternzeit-Vereinbarung festgehalten werden.
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Frauen reduzieren oft ihre Arbeitszeit, um sich um Kinder zu kümmern, während Männer wegen höherer Gehälter vollzeitbeschäftigt bleiben. Diese Entscheidung wird durch gesetzliche Rahmenbedingungen und Geschlechtsrollenstereotype beeinflusst.
Die Teilzeitfalle beschreibt die Situation, in der Frauen, die in Teilzeit arbeiten, nur schwer wieder in Vollzeitbeschäftigung zurückkehren können, was zu erheblichen finanziellen Einschränkungen führt. Dauerhafte Teilzeitarbeit bedeutet nicht nur ein geringeres Einkommen, sondern auch begrenzte Aufstiegschancen, was langfristig zu einem niedrigen Rentenniveau und erhöhtem Armutsrisiko führt.
Viele Frauen verbleiben in Teilzeit, auch wenn ihre Kinder älter werden, und übernehmen zunehmend unbezahlte Pflegearbeit. Eine Rückkehr in Vollzeit ist schwierig, da Arbeitgeber nicht verpflichtet sind, das Stundenkontingent zu erhöhen. Seit 2019 ermöglicht die Brückenteilzeit die Rückkehr in Vollzeit nach einer vorab vereinbarten Teilzeitphase, das gilt jedoch nur für Unternehmen mit mehr als 45 Mitarbeitern.
Du willst dich beruflich neu ausrichten: Plane dir etwa 6 Monate für deine berufliche Neuausrichtung ein und starte rund 3-4 Monate vor deinem Wiedereinstiegs-Datum mit den Bewerbungen.
Du willst dich selbstständig machen: Leg direkt los und nutze die Zeit für den Aufbau und die Gründung deiner Businessidee.
Weiterbildung und Qualifikationen
Nutze die Elternzeit um neue Fähigkeiten zu erlernen. Onlinekurse lassen sich in den Alltag mit Familie einbauen und so kannst du endlich dieses Thema vertiefen, welches dich so interessiert, du aber bisher keine Zeit dafür hattest. Aber: Sei bitte nicht zu hart zu dir. Vielleicht ergibt sich der Raum dafür, vielleicht aber auch nicht. Ich habe kurz vor der Geburt meiner noch ein Training gekauft, falls mir langweilig werden sollte ;) Spoiler: mir wurde nicht langweilig. das Training habe ich 3 Jahre später noch nicht fertig absolviert. Dafür habe ich viele andere Dinge gelernt, die mir wichtiger waren.
Selbstbewusstsein stärken
In keiner Zeit meiner Karriere habe ich mich so unsicher gefühlt, wie in der Elternzeit. Ich wurde mit ganz neuen Ängsten und Gefühlen konfrontiert und das habe ich auch in meiner Arbeit gespürt. Als Mama kann man zwischendurch schon mal sehr weit weg von der Geschäftswelt sein. Die Kompetenzen fühlen sich nicht mehr up-to-date an. Andere haben uns gefühlt “abgehängt”. Was hilft, um aus diesem negativen Gedankenkarussell auszusteigen, ist dein Selbstbewusstsein zu stärken in dem du dich mit deinen Stärken auseinandersetzt. Denn wenn wir unsere Stärken spüren, fühlen wir uns auch stark. Der geniale Nebeneffekt bei der Arbeit mit den eigenen Stärken.
Kinderbetreuung organisieren
Es braucht ein Dorf um ein Kind großzuziehen, heißt es. Für die Kinderbetreuung haben wir Möglichkeiten wie:
Kita
Tagesmutter / Tagespflege
Eingewöhnung in einer Kinderbetreuung
So individuell jedes Kind ist, so individuell laufen wohl auch Eingewöhnungen in einer Kinderbetreuung.
Eingewöhnung:
ist die Phase, in der sich dein Kind an die Kinderbetreuung gewöhnt
Wird in der Regel von einem Elternteil übernommen
Die Dauer der Eingewöhnung ist individuell, häufig liest man von 4-6 Wochen
dabei begleitest du dein Kind. Das kann zu Beginn 1-2h am Tag sein, gefolgt von Trennungen, die dann schrittweise ausgeweitet werden. Schau dafür mal nach dem Berliner Modell.
Für mich (und natürlich auch meine Tochter) war diese Zeit sehr intensiv und anstrengend. Aktuell haben wir die 4. Eingewöhnung, wir haben also so einiges erlebt.
Gut zu wissen für deine Planung der Eingewöhnung:
Die Eingewöhnung beginnt erst nach dem offiziellen Start in der Kinderbetreuung, heißt den Kita-Platz brauchst du vor der geplanten Rückkehr an den Arbeitsplatz, damit du noch genügend Zeit für die Eingewöhnung hast.
Wenn der Kita-Start nicht klappt
Als wir mit der Fremdbetreuung startetet, hatte ich die Option, dass es nicht klappen könnte, gar nicht auf dem Schirm und bin da optimistisch-naiv rangegangen, wird schon werden.
War aber leider bei uns nicht der Fall. Es hat bei 2 Tagesmütter nicht geklappt. Wir mussten also 2 Mal kurzfristig einen neuen Platz suchen. Bei der Kita-Platz-Lage kannst du dir vorstellen, dass das nicht einfach war.
Es war sehr schmerzvoll und hat mich emotional sehr viel gekostet. Ich versuch es kurz zu halten und will zum Schutz meiner Tochter nur bedingt ins Detail gehen.
Ich hatte mit so etwas überhaupt nicht gerechnet und das ist sicher auch nicht die Regel, dass der Start in der Fremdbetreuung nicht klappt.
Überbrücken konnten wir diese Zeit nur durch die Flexibilität meiner Selbstständigkeit. Hätte ich einen Angestellten-Job gehabt, wäre ich ihn sicher los gewesen, dass hab ich oft gedacht.
Doch ich möchte dir mit meiner Erfahrung keine Angst machen. Im Gegenteil:
wir haben innerhalb weniger Monate mehrmals einen neuen Betreuungsplatz erhalten
nach all dem geht meine Tochter so gerne in die Kita (und sie tut ihr gut)
Ich will dir sagen: Halte die Betreuungssituation (gedanklich) flexibel. Wir können nicht alles planen und ob es funktioniert, siehst du erst, wenn ihr dort seid.
Solche Veränderungen sind für unsere Kinder und für uns Eltern emotional und intensiv. Deshalb sorg gut für dich und euch und ich weiß du schaffst das und findest einen Weg, der für euch passt!
Zeitmanagement und Selbstfürsorge
Wir Mütter sind wahre Meister im Organisieren. Damit wir alles unter einen Hut bekommen, braucht es das.
Du musst nicht alles alleine machen
Und dafür dürfen wir uns Unterstützung holen. Sei es durch die Familie, Freunde oder eine Fremdbetreuung.
Ich habe zu Beginn jede Minute, in der sich jemand anderes um unsere Tochter kümmerte für meine Arbeit genutzt. Bis ich erkannte, dass ich dabei hinten runterfalle.
Als wir dann die Möglichkeit hatten die Betreuungszeit in der Kindergrippe auszuweiten, haben wir uns dafür entschieden. Ich habe diese Zeit aber nicht fürs Arbeiten geblockt, sondern für mich (z.B. um Sport zu machen) oder eben all die Dinge, die so gemacht werden müssen. Klar kann ich auch arbeiten, aber ich habe dadurch Raum für mich geschaffen und das war sehr wichtig.
Bewerbung für den Wiedereinstieg nach der Elternzeit
3 Tipps für deine Bewerbung zum Wiedereinstieg
Positionier dich selbstbewusst für deine Stärken und Kompetenzen - denn die hast du, auch wenn du eine “Auszeit” eingelegt hast.
Sieh deine Elternschaft als eine Bereicherung, durch die du neue Fähigkeiten erlernt hast.
Formuliere klar deine Verfügbarkeiten, von wann bis wann kannst du arbeiten. Nicht: wann du in der Kita sein musst.
Kind in der Bewerbung nennen: Ja oder Nein?
Vorweg: Du musst dein Kind nicht in der Bewerbung nennen.
Sollten sich durch die Kinderbetreuung Lücken im Lebenslauf ergeben, dann ist es ratsam, diese anzugeben.
Wenn du deine Kinder angibst, selektierst du damit familienfreundliche Arbeitgeber.
Allerdings: wenn du nur Absagen auf deine Bewerbungen erhältst, kannst du dir die Info fürs Vorstellungsgespräch aufsparen.
Ich bin selbst Mama und begleite Frauen bei ihrer beruflichen Veränderung:
Ich bin der Meinung du kannst stolz darauf sein Mama zu sein, denn diese Erfahrung hat dich als Mensch wachsen lassen, neue Facetten an dir hervor gebracht (feinfühliger gemacht, dein Organsationstalent gefördert) die du wunderbar in deine Arbeit einbringen wirst!
Hier findest du ein Jobportal für Eltern: Familienfreundliche Arbeitgeber
Successtory einer 3-fach Mama
Der Wiedereinstieg nach der Elternzeit kann herausfordernd sein.
Folgendes wurde meiner Klientin, einer 3-fach Mama im Vorstellungsgespräch von einer Headhunterin gesagt:
Was anderes findest du nicht
35h/Woche muss schon sein
2h Fahrtzeit täglich sind normal
Kinder können ja länger in die Betreuung
4 Wochen nach dieser niederschmetternden Aussage hat die 3-fach Mama einen Arbeitsvertrag unterzeichnet und zwar zu ihren Bedingungen.
Das Beispiel meiner Klientin zeigt es deutlich. Es geht auch anders. Sie hat ein Unternehmen gefunden, welches flexible Arbeitszeiten anbietet, ihre Kompetenzen schätzt und sie angemessen bezahlt.
Der Job meiner Klientin kam übrigens auch über einen Headhunter, es gibt sie, die Guten.
Den Stress, denen Mütter und Eltern generell ausgesetzt sind, kann man wohl erst nachvollziehen, wenn man selbst Kinder hat.
Vergiss nicht:
Wenn andere morgens um 9 Uhr easy mit einem Latte und dem Tomate-Mozzarella Sandwich ins Büro starten, haben Eltern von 3 Kindern zwischen 3 und 7 Jahren den größten Stress schon hinter sich gebracht.
Eine Mama macht ihre Arbeit verdammt gut!
Die Abwechslung zum Mamasein tut gut
Sie weiß genau für was bzw. wen sie das Geld verdient
Fokussiert und effizient arbeiten sind für sie selbstverständlich (sie hat eine klare Deadline jeden Tag)
💗 An alle, denen das Gefühl gegeben wird, nicht mehr in die Arbeitswelt zu passen: Halte durch. Nur noch ein bisschen. Denn dein Job wartet da draußen auf dich.
Das war übrigens meine Antwort an die Headhunterin:
-
behalte solche Aussagen für dich! Das spiegelt deine Welt, nicht die Realität.
Ich verstehe:
Du willst die Stelle besetzen, denn nur dann erhältst du eine Vergütung
höhere Arbeitszeit der Kandidatin = höheres Gehalt = höhere Provision für dich
Der Umsatzdruck ist hoch und du willst das attraktive Gehalt, das dir versprochen wurde
Wahrscheinlich werden deine Telefonzeiten gemessen und mit den anderen verglichen
Was aber nicht ok ist:
Jemanden in einen Job reinquatschen und Grenzen aufzeigen, die nur deine Grenzen sind (da sich die Besetzung der Stelle sonst für dich nicht lohnt).
Ich wünsche dir, dass du niemals in so eine niederschmetternde Situation kommst, in der jemand so über dich urteilt…
Liebe Headhunterin, du könntest deinem Kunden aufzeigen, was Bewerber fordern, damit der Job für sie attraktiv ist und ein höheres Gehalt verhandeln #Fachkräftemangel
Die Stelle passt nicht? Ok. Was kostet es dich, der Kandidatin mit einem Satz Mut zuzusprechen. Denn ihr Job wartet da draußen und sie wird ihn rocken. Denn ich kenne diese Frau.
Und sie wird anderen Frauen Mut machen für sich einzustehen und ein gesundes Arbeitsumfeld dieser toxischen Arbeitswelt vorziehen.
BTW: ich habe selbst als Headhunterin gearbeitet und wurde gekündigt, weil ich dieses Spiel nicht mitgespielt habe.
Wir haben eine Wahl.
Ich weiß, der Umsatzdruck kann hoch sein (hab ich selbst erlebt). Aber denkt bitte daran, dass ihr es mit Menschen in teils herausfordernden Situationen zu tun habt. Es geht nicht nur um einen Auftrag, sondern um das Leben dieser Person.
Der Beitrag ging bei LinkedIn viral und erreichte fast 91.000 Menschen.
FAZIT
Elternzeit und Wiedereinstieg als Chance für deine berufliche Neuausrichtung
Die Elternzeit ist eine einmalige Gelegenheit, um nicht nur die Bindung zu deinem Kind zu stärken, sondern auch deine berufliche Zukunft neu zu gestalten. Sie bietet den Raum und die Zeit, um über deine Karriereziele nachzudenken und gegebenenfalls eine neue Richtung einzuschlagen.
Plane deinen Wiedereinstieg frühzeitig, organisiere die Kinderbetreuung sorgfältig und nimm dir die Zeit, um deine beruflichen Werte, Stärken und Interessen neu zu bewerten. Nutze dein Netzwerk und Weiterbildungsmöglichkeiten, um deine Qualifikationen zu erweitern und dein Selbstbewusstsein zu stärken.
Die Herausforderungen und Veränderungen, die mit der Elternzeit einhergehen, können dich beruflich bereichern und dir helfen, neue Perspektiven zu entwickeln. Sei stolz auf die Fähigkeiten, die du als Elternteil erworben hast, und nutze sie, um deinen beruflichen Weg erfolgreich fortzusetzen. Halte durch und bleibe flexibel – dein idealer Job wartet auf dich!
Wie war deine Erfahrung beim Wiedereinstieg nach der Elternzeit?
Deine Karolin
Hi, ich bin Karolin ❤︎
KARRIERE COACH. AUTORIN. MAMA.
Mit meinen Coachings und Trainings haben in den letzten acht Jahren mehr als 4.000 Menschen ihr Jobgefängnis verlassen und du kannst das auch!
Als ehemalige Recruiterin und Headhunterin habe ich einen guten Überblick des Arbeitsmarktes und kenne die unterschiedlichsten Jobs und Bewerbungsprozesse.
Bereit für deinen Traumberuf? Dann hol dir mein Checkliste!